15. Gibt es einen Ausweg?

Der 13. September, er ist nun drei Monate her. Ein Vierteljahr ist vergangen seit dem Moment, an dem mir klar wurde, dass etwas in meinem Leben nicht stimmt. Seit dem Tag, als das Gespräch mit Kathleen mir schonungslos vor Augen führte, wie wenig präsent ich in dieser Welt ich eigentlich noch war. Gefangen in einem Teufelskreislauf von Selbstbetäubung und Wahrnehmungsverlust. Kämpfend, doch an der falschen Front. Meine Liebe verlierend. Gibt es Hoffnung?

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14. Die Eine

Sie ist schön, klug und selbstbewusst, herzenswarm und sanft, aber auch stolz. Ihren Stolz habe ich verletzt, weil ich sie zurückstieß, als sie mir helfen wollte. Weil ich damit all die Nähe negierte, die wir bis dahin erreicht hatten. Plötzlich ließ ich sie nicht mehr an mich heran, als wäre sie nur eine unbedeutende Liebelei. Die Distanz, die in diesem Moment entstand, haben wir nie mehr ganz überbrückt. Ich hatte sie verletzt – wohl viel mehr, als sie nach außen zeigte. Aber sie ließ es mich spüren – sanft, jedoch nachdrücklich …

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13. Stärken als Schwäche

Das Problem ist: Ich bin gar nicht so wie ich bin, wenn ich versuche, ein Niemand zu sein. Ich selbst war ich früher beim Sport und bin es heute im Beruf. Da bin ich stark, da bin ich bei mir. Fühlbar für andere, für manche sogar respekteinflößend präsent. Nur, es gelingt mir nicht, diese Kraft in mein übriges Leben hinüber zu transportieren, in meine sozialen Beziehungen, in mein Auftreten anderen Menschen gegenüber. Hier regiert mich die Angst, dass ich etwas falsch machen könnte, dass ich mit irgendetwas in meinem Verhalten andere verprelle. Weil ich wohl immer noch auf der Suche nach Anerkennung als Mensch bin – und nicht als Sieger oder Chef. Diese Unsicherheit ist mir latent anzumerken. Und ich glaube inzwischen auch, diese Unsicherheit und Angst machen mich krank.

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12. Warum will ich nicht stark sein?

Hier muss ich wohl ganz von vorn anfangen. Ich bin in einer Clique von zwanzig bis dreißig Kindern groß geworden, die man heute wohl als „sozial randständig“ oder schlicht „Problemkids“ bezeichnen würde. Fast alle älter, größer und stärker als ich. Ich war stolz dazuzugehören und machte jeden Unfug mit, wenn auch mehr aus der zweiten Reihe. Aufgrund meines körperlichen Rückstands taugte ich nur zum Mitläufer. Hatten die „Großen“ Langeweile war schon mal „Kleine quälen“ in den eigenen Reihen angesagt. Zu den „Kleinen“ gehörte dann zwangsläufig auch ich. Hier habe ich das erste Mal gelernt, „unsichtbar“ zu werden.

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11. Bin ich schwach?

Ist Depression Schwäche? Bin ich schwach, nur weil ich kein selbstbewusstes Auftreten habe? Weil ich nicht mit breiter Brust die Mitte des Raums für mich einnehme, nicht allzeitbereit die Probleme der Welt angehe und anderen penetrant meine Bedeutsamkeit eintrichtere? Weil ich ungerne im Mittelpunkt stehe und mich lieber im Hintergrund halte, eher passiv bleibe, um nicht aufzufallen? Ist das Schwäche?

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10. Aus Absichten wird Handeln

Und jetzt? Das Treffen mit Kathleen, das mich endlich dazu brachte, meinen Irrweg zu begreifen, ist nun vier Wochen her. Das Problem steht so unübersehbar vor mir, dass ich es nicht mehr ignorieren kann. Und ich will ihm auch nicht mehr ausweichen. Die ersten Überlegungen zur Umkehr sind gemacht. Aber bin ich denn inzwischen tatsächlich auf dem Weg?

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9. Betäubungen wirken begrenzt

Ich verlor in diesen drei Jahren fast gänzlich den Kontakt zu anderen Menschen. Immerhin relativierte sich meine Selbstwahrnehmung in kleinen Schritten so weit, dass ich mich irgendwann – zumindest vorsichtig – wieder unter sie wagte. Dennoch war jede Menschenansammlung, jede Veranstaltung, jeder Vortrag für mich eine große bis enorme Hürde. Und es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich hätte das heute völlig überwunden.

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